Rückenschmerzen im Alter

Viele Senioren klagen regelmäßig, meist sogar täglich, über ihre starken Kreuzschmerzen. Von der jungen Generation werden diese Beschwerden nur selten ernst genommen – bis sie selber dieses Alter erreichen und dieselben Rückenschmerzen auch bei ihnen auftreten.
Im Folgenden erfahren Sie, weshalb Rückenleiden so häufig bei älteren Menschen auftreten und für welche Rückenschmerzen Senioren besonders anfällig sind.

Der menschliche Körper – Eine Maschine?

Der Mensch wurde bereits im 18. Jahrhundert vom französischen Philosophen de La Mettrie mit einer Maschine verglichen. Dieser Vergleich ist durchaus naheliegend: So muss auch der Mensch einen Teil seiner Lebenszeit arbeiten und zeigt infolgedessen natürliche Verschleißerscheinungen auf, die repariert werden müssen, sollen sie nicht zu größeren Schäden führen.

Rückenschmerzen im Alter sind eine der häufigsten Verschleißerscheinungen bei Menschen, die Jahre lang arbeiteten.

Um diesen Verschleiß zu illustrieren, können Sie sich einen beweglichen Turm mit mehreren Stockwerken vorstellen. Jedes Stockwerk ist hierbei ein Wirbel der Wirbelsäule. Als Zwischendecken dienen die Bandscheiben, die mit einer gallertartigen Masse gefüllt sind, die Stöße abdämpft. Wenn Sie sich nun im Laufe des Tages bewegen, schwankt auch der Turm – ihre Wirbelsäule – ein wenig. Diese Schwingungen machen ihm zwar kaum etwas aus, im Laufe der Jahre werden die Zwischendecken – die Bandscheiben – immer stärker belastet. In Folge dessen geht ein Teil der Bandscheibenflüssigkeit verloren. Da die Bandscheibe nun dünner geworden ist, ist ihre Dämpfwirkung stark abgeschwächt, wodurch die Wirbel aneinander reiben und sich gegenseitig beschädigen.
Behandelt wird der Bandscheibenvorfall entweder mit einer Physiotherapie oder eine Operation, bei der ein Teil des Wirbels entfernt wird.

Ähnlich häufig tritt bei älteren Menschen die Osteochondrose auf. Bei dieser Verschleißerkrankung sind die dünner gewordenen Bandscheiben kaum noch in der Lage, den Druck der Wirbel abzufedern. Diese reiben in Folge dessen aufeinander, verändern ihre Form und üben Druck auf die Wirbelbogengelenke aus.
Um die Schmerzen in Folge einer Osteochondrose zu mildern, sind Muskelaufbau im Bereich des Rückens und eine Reduzierung des Körpergewichts zu empfehlen.
In akuten Fällen werden sogenannte „Spacer“ eingesetzt, die den Platz der angeschlagenen Bandscheiben einnehmen und den Druck auf die Wirbelbogengelenke abfedern können.
Als Folge treten durch eingeklemmte Nerven Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit auf.

Rückenschmerzen im Alter – Folgen des Verschleißes

Nachdem im vorherigen Abschnitt geklärt wurde, wie es zu Verschleißerscheinungen im Bereich des Rückens kommt, sollen nun die Folgen genauer erläutert werden.
Bei diesen Rückenleiden handelt es sich in der Regel um spezifische Rückenschmerzen.

Beinahe als Volkskrankheit gilt der Bandscheibenvorfall. Hierbei verrutscht ein Teil der Bandscheibe in den Wirbelkanal. Zwar kann der Bandscheibenvorfall durchaus plötzlich auftreten, wenn sich ein Betroffener beispielsweise mit einer schweren Last überhebt. Bei den meisten Patienten über 50 Jahre handelt es sich dabei jedoch um ein degeneratives Rückenleiden: Die Bandscheiben sind (wie im vorherigen Abschnitt beschrieben) im Laufe des Alters durch die Belastung immer dünner und anfälliger gegenüber Belastungen geworden. Da im alltäglichen Leben die Lendenwirbelsäule besonderen Belastungen ausgesetzt ist, tritt der Bandscheibenvorfall meist in diesem Bereich der Wirbelsäule auf.